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TGO - die Ortenaulinie

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Zunächst als Tarifgemeinschaft 1991 gestartet, wurde die TGO, nach einer ersten Gesellschaftsumwandlung zwei Jahre später Tarifverbund (Gründung der BGB-Gesellschaft am 8. August 1991, Umwandlung in GmbH am 18. Dezember 1994). Die größten Gesellschaftsanteile halten die DB-Tochter Regionalbusverkehr Südwest GmbH - SüdwestBus und die SWEG (Südwestdeutsche Verkehrs-Aktiengesellschaft) als regionale Verkehrsgesellschaft des Landes Baden-Württemberg. Folgende weitere Unternehmen teilen sich den Rest: DB Regio AG, Ortenau-S-Bahn GmbH (Offenburg), SüdbadenBus GmbH (Freiburg/Breisgau), Katz Omnibusreisen (Freudenstadt), Auto-Schnurr Omnibusverkehr (Zell a. H.), Zimmermann Reisen GmbH (Gengenbach), Fietz-Reisen (Renchen).

  • Johannes Müller (SWEG) und Frank Klingenhöfer (Südwestbus)
    sind Geschäftsführer des TGO (Tarifverbund Ortenaukreis GmbH).
  • Leiter der TGO-Geschäftsstelle im Landratsamt Offenburg ist Prokurist Dipl.-Vw. Stefan Preuss.
  • SWEG   DB Regio
    Weitere Details auf den ausführlichen Seiten der TGO und Links auf den Logos

Der Generalverkehrsplan von Baden-Württemberg gibt als Zielvorstellung für den modal split (Anteile der einzelnen Verkehrsleistungen in bezug auf die gesamte Verkehrsleistung) für den ÖPNV 15 bis 18% an. Von diesem Ziel war man im Ortenaukreis bei der TGO-Gründung noch weit entfernt. Zehn Jahre später kann man im Land und Kreis auf eine erste Erfolgsbilanz verweisen. Die Anzahl der Fahrgäste hat sich in dieser Zeit verdoppelt. 60.000 Fahrgäste pro Tag lassen sich mehr als 270 Mio km in Jahresfrist transportieren. Unter der Annahme, dass hinter 60.000 Fahrgästen 30.000 Personen "stecken" (Hin- und Rückfahrt) und etwa 200.000 Menschen in der Ortenau pro Tag "mobil" sind, ist ein modal split von 15% erreicht - ein gutes Ergebnis für einen Flächenkreis. Karlsruhe (KVV-Bereich, 18%) und Freiburg (RVF-Bereich, 17%) schneiden da nur wenig besser ab. (Anlässlich der Einweihung des Haltepunkts Offenburg Kreisschulzentrum am 24.11.2001 sprach TGO-Geschäftsführer Müller sogar von einem modal split von annähernd 20%.)
 
Zwei Bereiche bilden die vorrangige Zielgruppen für eine weitere Verbesserung des ÖPNV-Anteils:

  • Zum einen sollen Berufstätige verstärkt von der Straße auf Bahnen und Busse umsteigen. Hier versucht der TGO das Ohr am Kunden zu haben, wobei Verbesserungsvorschläge und Wünsche immer willkommen sind.
    Gemeinsam mit den Kommunen und Unternehmen wurde ein finanzieller Anreiz für Berufstätige durch verbilligte Job-Tickets geschaffen. Von einem Durchbruch kann in diesem Bereich noch nicht geprochen werden, wurden doch bisher durch Bauauflagen für die Industrie die Schaffung von großen und teueren Parkplätzen verlangt, was sich nun nicht gerade umstiegsförderlich erweist. Nachdem die Unternehmen die Kosten für die Parkplätze aufbringen mußten, werden sie anschließend aufgefordert, die Nichtbenutzung der Parkplätze finanziell zu fördern.
  • Der zweite Bereich ist mit dem ersten eng verknüpft: wird in Familien der Berufsverkehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln durchgeführt, oder aber im privaten Lebensbereich das ÖPNV-Angebot angenommen, so könnte vielfach auf den Zweitwagen verzichtet werden.

Angebot und Nachfrage
Mit attraktiven Angeboten lockt man auch die Fahrgäste zu den Automaten...

Der Nachfragezuwachs an öffentlich erbrachter Nahverkehrsleistung war in den letzten drei Jahren mit 30 bis 40% im TGO-Gebiet beachtlich. Auf einem Liniennetz von 1492 km (davon 179 Schiene) werden über 270 Mio Pkm (170 Mio Pkm Schiene) pro Jahr erbracht. Bei 14 Millionen Beförderungsfällen und einem Jahresumsatz von DM 22 Millionen ergibt sich ein Zuschussbedarf von DM 7 Millionen, wovon weniger als die Hälfte vom Ortenaukreis aufgebracht werden muß (Zahlen für 1993-1996). Die Fortschreibung der Entwicklung bis 2001 zeigt, dass mit der enormen Steigerung auf 22 Mio Fahrgäste eine Fehlbetragssteigerung um nur etwa 2 Mio DM einher ging. Angebotsverbesserungen führen also zu einer erheblich besseren Kosten-Nutzen Relation. Die Regionalisierung, im Zuge der Bahnreform auf den Weg gebracht, verschiebt die Aufgabenträgerschaft für den ÖPNV vom Bund auf die Länder. Dafür erhält das Bundesland BW derzeit DM 870 Millionen. Das Land wiederum kauft die Verkehrsleistungen bei Verkehrsträgern ein. Die TGO bündelt in diesem Umfeld die Möglichkeiten der verschiedenen Anbieter und ermöglicht dadurch sinnvolle Angebotsstrukturen. Für den ÖPNV-Kunden äußert sich dies in verbesserten Fahrplänen (Anm.: die permanent weiter optimiert werden) und einheitlichen Tarifen.

Aufgrund der geografischen Lage des Ortenaukreises gibt es nicht nur die Übergangsprobleme mit den Nachbarverbünden KVV (Karlsruhe) und RVF (Freiburg), sondern auch mit der Grenzsituation nach Frankreich (Strasbourg - Région Alsace). Ein wesentlicher Fortschritt wurde dabei durch den Vertragsabschluß über einen grenzüberschreiteten Gemeinschaftstarif am 24. November 1997 und die Aufnahme des stündlichen Direktverkehrs zwischen Offenburg und Strasbourg (DB Regio und OSB) erreicht (siehe Streckenmeldungen KBS 719 / Archiv).

Während im Nahverkehrsentwicklungsplan die Zukunftsvisionen der Gebietskörperschaften gesammelt werden, sind die neu einzurichtenden Haltepunkte entlang der Schienenstrecken im Ortenaukreis schon sehr konkret geplant, so dass demnächst bereits einige dieser Projekte realisieren werden sollen. Der Haltepunkt Offenburg-Kreisschulzentrum hat im Sommer 2001 den Anfang gemacht. Der ÖPNV könnte eine immer bessere Alternative werden!

TGO Monatskarte - Angebot für Schüler
Das Angebot wurde inzwischen auf die fantastischen Fünf ausgeweitet.

Es bleibt zu hoffen, dass auch mit kleinen Schritten der Attraktivitätssteigerung und guter Werbung die Anzahl der Fahrgäste und Benutzer des ÖPNV im Ortenaukreis weiter gesteigert werden kann.

 
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