Streckenmeldungen (Archiv 2000)

KBS 702 Karlsruhe - Offenburg , Stadtverkehr Karlsruhe / KVV ,
KBS 702 Offenburg - Freiburg - Basel ,
KBS 719 Offenburg - Kehl - Strasbourg ,
KBS 720 Offenburg - Konstanz (Schwarzwaldbahn) ,
KBS 722 Biberach (Baden) - Oberharmersbach (Harmersbachtalbahn) ,
KBS 727, 729... Höllental, Kaiserstuhl u.a.,
KBS 734, 735... Basel, Wiesental, Hochrhein u.a.,


Zuglaufschild 3020 Karlsruhe - Offenburg - Basel (Kursbuchstrecke 702)
Stand: 12.00 (Archiv) 
 
KBS 702 Karlsruhe - Offenburg | KBS 702 Offenburg - Freiburg - Basel | Stadtverkehr Karlsruhe / KVV | Stadtverkehr Rastatt-Baden-B. / KVV | ex KBS 301 i Rastatt-Wintersdorf (-Frankreich) 

KBS 702 Karlsruhe - Offenburg (- Basel) / nördlicher Abschnitt

Im Bahnhof Baden-Baden ging es seit der Verschwenkung der Nord-Süd-Gleise am 26./27. September 1998 betrieblich recht "eng" zu. Die Fahrgäste an Gleis 3 hatten dafür einen guten Überblick über den Baufortschritt an Gleis 4 und dem zugehörigen Bahnsteig. Und die Arbeiter hatten in den Sommermonaten von 1999 einiges zu ertragen: lange Zeit glich die Baustelle einem ausgedehnten Sumpfgebiet, im Juni folgte dann die grosse Hitze. Aber in bisher nicht gekannter Geschindigkeit schoß die Schallschutzmauer (hinter der die Fernbahngleise ohne Bahnsteig für die durchfahrenden Züge entstehen sollen) und der neue Bahnsteig an Gleis 4 aus dem Boden. Bereits im September 1999 konnten wieder Überholungen unter Einbeziehung des neuen Bahnsteigs stattfinden, an den Geländern der Treppenaufgänge usw. wurde aber bis Dezember noch gebaut.

    Die Einfahrt aus Richtung Rastatt ist inzwischen durch überdimenionale Schallschutzwände verschandelt. Sie sind so hoch, dass die "Ruhe" des benachbarten Flugplatzes Baden-Baden nicht einmal mehr durch die Schleifgeräusche der Stromabnehmer am Fahrdraht gestört werden kann.

Nach den Ergebnissen einer Untersuchung der Stiftung Warentest ist der Kauf der günstigsten Fahrkarte an den "Schaltern" der DB einem Glücksspiel gleichzusetzen, bei dem der Fahrgast häufig der Verlierer bleibt. Seit über zwanzig Jahren gibt es am Schalter des architektonisch wunderschönen Stadtbahnhofs von Baden-Baden nur noch Jetons, denn die Eisenbahnräder stehen in der Kurstadt schon lange still. Dafür tummelten sich die Roulettespieler in der ehemaligen Bahnhofshalle. Gleich hinter dem Bahnhof steht, mitten im ehemaligen Gleisbereich, das überdimensionierte Millionengrab des neuen Schauspielhauses. Sieben Kilometer westlich davon kann der Interessierte ein Modell des neuen Bahnhofs Baden-Baden, der auch heute noch bei den älteren Reisenden eher unter dem Namen Baden-Oos bekannt ist, besichtigt werden. Was dort in der Bahnhofshalle die Reisenden von den Unbilden der jahrelangen Umbauarbeiten ablenken soll, entspricht allerdings seit einigen Wochen nicht mehr dem angestrebten Endzustand. Die im Modell dargestellte Anschlussweiche an Gleis 1 der Oberrheinstrecke und das Stumpfgleis für einen Pendelzug zwischen Oos und Stadtzentrum werden nicht mehr gebaut: Der Gemeinderat hat mit deutlicher Mehrheit dafür gestimmt, dass die lieben Kurgäste wie auch die Pendler nicht mit der projektierten Stadtbahn ins Zentrum fahren können, sondern auf die Buslinien umsteigen müssen. Dabei hätte der alte Bahnhof Endpunkt der längsten deutschen Stadtbahnlinie werden können: Die Linie S4 des Karlsruher Verkehrsverbunds wird mit modernen Zweisystemwagen schon jetzt auf der 104 km langen Strecke von Heilbronn über Eppingen und die Karlsruher Innenstadt bis Baden-Baden (ehemals Baden-Oos) bedient.

    Die Stadtbahn wird jetzt wohl, von Karlsruhe kommend, Baden-Baden links liegen lassen und ihre Fühler bis in den Ortenaukreis ausstrecken. Als neuer Linienendpunkt bietet sich der im Zuge des viergleisigen Ausbaus vollkommen neugebaute Bahnhof Achern an. In der Ortenau munkelt man schon, wann es "der Ludwig" (Vater des Karlsruher Modells) geschafft haben wird, auf DB-Gleisen bis nach Offenburg zu fahren.
Karlsruher Strassenbahn auf Abwegen im Kinzigtal
Zweisystemstadtbahn mit Bistro am 07.05.2000 unterwegs bei Schwaibach im Kinzigtal.
Von den Kritikern der Bahnreform wurde die Zergliederung des Unternehmens immer wieder an der Schnittstelle "Bahnhof" verdeutlicht: Der Fahrgast als Leidtragender zwischen den Fronten von Station&Service, Reise&Touristik, DB-Regio und -Netz? Ein agiler Bahnhofsmanager (sogar an diese Bezeichnung kann man sich gewöhnen) schafft es, die Grenzen zu verwischen und mit einem gut eingespielten Team dem Kunden die drei "S" zu bieten: Service, Sauberkeit und Sicherheit. Bahnhofsmanager Günter Reimer war ein Glücksfall für den Bahnknoten Offenburg und die umliegenden 28 Bahnhöfe, die er zusammen mit 20 Mitarbeitern zu betreuen hatte. Mit großem Engagement wurden Eisenbahner unterschiedlichster Herkunft zu aufmerksamen Serviceleistern geformt, wurde persönlich über die Sauberkeit gewacht und an ständigen Verbesserungen in der Kundeninformation gearbeitet. Nicht nur bei besonderen Situationen, wie während der beiden großen Unwetter im Jahr 1999, wurden die Mitarbeiter motiviert, sich voll und ganz einzubringen in das Unternehmen Bahn. In den Mehdornschen Sparplänen ist allerdings kein Spielraum für derartiges Vor-Ort-Engagement: Seit dem 1. April darf nun Bahnhofsmanager Sutter von Freiburg im Breisgau Reimers Aufgaben übernehmen, ist doch die Betreuung der nunmehr 97 Bahnhöfe des neuen Bezirks von einer Stelle aus viel effektiver...

Wer nur spät genug in der Ortenau unterwegs ist, der kann allerdings den "alten" Bahnhofsmanager Reimer wie schon seit vielen Jahren auch zu mitternächtlicher Stunde noch seiner Arbeit nachgehen sehen: Da werden beim Fahrplanwechsel die Aushangfahrpläne zwischen Hornberg und Kork gewechselt, da wird für die ordentliche Betreuung der Fahrgäste bei Planabweichungen und Zugausfällen durch die Bauarbeiten an der Oberrheinstrecke gesorgt usw...

Im Gespräch ist der Haltepunkt Offenburg-Stadtmitte schon seit vielen Jahren. Nach einer Studie zu Entwicklung einer S-Bahn im Ortenaukreis aus dem Jahr 1995 wurde das Thema im vergangenen Sommer in Hinblick auf die Kommunalwahlen erneut aufgegriffen und heiss diskutiert. Hinzu kam die Ankündigung der Deutschen Bahn von 1998, einen größeren Weichenumbau im "Bahngraben", dem südlichen Vorfeld des Offenburger Bahnhofs, vorzunehmen. Derzeit liegen in diesem Bereich sechs parallele Gleise, da die in Offenburg beginnende Schwarzwaldbahn (KBS 720) für knapp 1000 Meter gebündelt mit der Oberrheinstrecke in einem etwa sechs Meter tiefen Einschnitt durch die Stadt geführt wird. Ein Haltepunkt an der Zauberflötenbrücke wurde daher im letzten Sommer von einer großen Mehrzahl der Lokalpolitiker für besonders erstrebenswert erachtet. Bürgermeister Horst Kiefert, als ehemaliger Bundesbahner früher in leitender Position mit der NBS/ABS zwischen Karlsruhe und Basel befasst, erhoffte sich von dem neuen Haltepunkt eine "Initialzündung" für den gesamten ÖPNV im Ortenaukreis.

Im Dezember bekam die Stadt Offenburg dann allerdings ein "Weihnachtsgeschenk", das sich mittlerweile als Oster-Kuckucksei entpuppte: Die DB kündigte die Erfüllung eines noch viel älteren Wunsches der Stadt an, den Durchstich der südlichen Bahnunterführung im Bereich des (noch nicht "Haupt-") Bahnhofs. Für beide Massnahmen, Unterführung und Haltepunkt, konnten die Bescheide für entsprechende Landeszuschüsse schnell und positiv eingeholt werden. Ein bescheidener Anteil bleibt für beide Maßnahmen vom Stadtsäckel zu bezahlen, dieser aber ist zu leer, um beide Massnahmen zu realisieren. Und so tobte nun der Kampf zwischen den Befürwortern des Haltepunkts und der Unterführung, interessanterweise mit Lagerwechsel: CDU und SPD sind vom Haltepunkt (vor der Kommunalwahl) zur Unterführung gewechselt, die FDP (die seit 25 Jahren die Überdeckelung des Bahngrabens zugunsten innenstadtnaher Parkplätze gefordert hat) kämpft gemeinsam mit den Grünen für den S-Bahn-Halt. Bei aller Euphorie für den Bau des Haltepunkts konnte bisher allerdings noch kein überzeugendes Betriebs- und Bedienungskonzept für den Haltepunkt vorgelegt werden. Am 27.03. fiel im Offenburger Gemeinderat die Entscheidung für die Unterführung, verbunden allerdings mit einem Votum zum Bau des S-Bahn-Haltepunkts im Jahr 2005 - nach der nächsten Kommunalwahl. (Anmerkung: S-Bahn-Halt siehe auch KBS 720)

Etwa ein halbes Jahr liegt zwischen den beiden Fotos vom Streckenausbau zwischen Renchen und Appenweier. Die Gleise des Fernverkehrs liegen auf dem unteren Bild bereits in der endgültigen Lage auf der seitwärts verschobenen Brücke über den Rench-Flutkanal.

Am 15.02.2000 war auf der Brücke des Rench-Flutkanals "Lückenschluss". Die 13-jährige Baustelle in der Nähe des ehemaligen Blocks Eichengrund zwischen Renchen und Appenweier soll zum Fahrplanwechsel im Mai geräumt und die Strecke viergleisig zwischen der Überleitstelle Ottersweier und Offenburg in Betrieb gehen. Der letzte grosse Akt des Bauvorhabens, bei dem neben der Erweiterung um zwei Gleise auch der Bogenhalbmesser vergrössert und die Trassierung für 250 km/h ertüchtigt wurde, war der Verschub der Betonbrücke über den Flutkanal im Dezember 1999.

viergleisiger Ausbau beim Rench-Flutkanal zwischen Renchen und Appenweier

viergleisiger Verkehr zwischen Offenburg und Appenweier Wahrscheinlich hatte nur der Fotograf Gefallen daran, dass RE 18322 "Metro Rhin" mit 20 Minuten Verspätung auf den Fernbahngleisen Richtung Strasbourg fuhr, während SE 23037 ohne Planabweichung die letzten Kilometer seiner Fahrt von Merzig nach Offenburg auf dem viergleisigen Abschnitt zwischen Appenweier und Offenburg rollte.

  Fotobericht vom Einbau der Schnellfahrweichen in Appenweier am 13. und 14. Mai 2000

Trotz des viergleisigen Betriebs auf dem Teilstück Ottersweier - Offenburg seit Mai dieses Jahres kommt es auch weiterhin zu Engpässen. Beinahe täglich wiederholt sich die folgende Situation: Der Interregio der Linie 19 sorgt bei der Fahrt in Richtung Konstanz durch Verspätung für einen Aufenthalt des SE der Relation Saarbrücken-Heidelberg-Offenburg vor dem Einfahrtsignal Rastatt. Diese Verspätung wiederum führt nach halbstündiger Fahrt mit "engen" Fahrzeiten zu einem verzögerten Übergang auf den Anschlußzug nach Bad Peterstal-Griesbach, der von Offenburg kommend in Appenweier wartend Gleis 1 blockiert. Während im alten Bahnhof Appenweier für den "Renchtäler" das Gleis 10 zur Verfügung stand, räumt der OSB-Triebwagen (Ortenau-S-Bahn) wegen des nachfolgend auflaufenden IR Richtung Heidelberg oftmals vor den Augen der Umsteiger das Gleis durch Ausfahrt ins Renchtal. Allein der weite, umständliche und unübersichtliche Weg zwischen den Bahnsteigen läßt Appenweier zu einem Negativbeispiel für Kundenfreundlichkeit werden. Das Fehlen einer Videoüberwachung erschwert es dem Fahrdienstleiter im weit abgelegenen Stellwerk  zusätzlich zeitrichtige Ansagen auszuführen.

In Wahlkampfzeiten (Landtag BW im März 2001) stehen die Sterne gut für scheinbar aussichtslose Situationen. Staatssekretär Stefan Mappus hatte anlässlich der Eröffnung der Nahverkehrstage im Ortenaukreis erklärt, dass sich das Land nicht in der Lage sieht, entstehenden Fahrplanlücken durch den Wegfall des IR  durch die Bestellung zusätzlicher Nahverkehrsleistungen zu schließen. Am 17.01.2001 konnte nun das Umwelt- und Verkehrsministerium Baden-Württemberg die Fortführung des Schienenverkehrs in den Fahrplanlagen der bisherigen IR über den 9. Juni hinaus bekanntgeben. Die wesentlichen Sätze aus der Mitteilung des UVM BW lauten:

"..., dass zahlreiche Interregioverbindungen auf der Schwarzwaldbahn ab dem kommenden Fahrplanwechsel eingestellt werden; das bisherige Zugmaterial steht ab diesem Zeitpunkt praktisch nicht mehr zur Verfügung. Wie Staatssekretär Stefan Mappus am Mittwoch (17. Januar 2001) vor der Presse erklärte, konnte die Bahn nach schwierigen Verhandlungen dazu bewegt werden, in einem bis zum Fahrplanwechsel Ende 2002 befristeten Programm den größten Teil der im Land betroffenen Verbindungen (Anm. SR: alle wegfallenden Interregioverbindungen der Schwarzwaldbahn zwischen Konstanz und Karlsruhe) mit anderem, aber modernisiertem Wagenmaterial weiter zu fahren. ... Die Bahn fährt die bisherigen Interregio-Verbindungen ohne Bestellung und Bezahlung durch das Land weiter. ... Die Haltestellenauswahl bleibt wie sie war."

Der Schachzug des Landes ist nicht ungeschickt: 1. Die Maßnahme ist angeblich kostenneutral für das Land (allerdings werden, was bewusst nicht in Zusammenhang gebracht wird, 29,5 Mio DM in die Modernisierung von Nahverkehrswagen zusätzlich investiert). 2. Es wird Zeit herausgeschlagen, um mehr Wettbewerber für eine Ausschreibung, die in den nächsten Monaten stattfinden soll, zu mobilisieren. Die SWEG (Südwestdeutsche Verkehrs-Aktionegesellschaft Lahr) z.B. hätte als Mitbewerber kaum genug Zeit für eine notwendige Fahrzeugbeschaffung gehabt, wenn die Ausschreibung schon mit dem Ziel Sommerfahrplan 2001 erfolgt wäre. Es wird wahrscheinlich dann neben der DB-Regio, der Mittelthurgau-Bahn MThB (ggf. mit SBB) und der WEG (Connex-Gruppe) mindestens auch die SWEG/HZL und womöglich auch das "Berschin-Konsortium" im Boot sitzen, was die Kostenseite positiv beeinflussen wird.

 
KBS 702 Karlsruhe - Offenburg | KBS 702 Offenburg - Freiburg - Basel | Stadtverkehr Karlsruhe / KVV | Stadtverkehr Rastatt-Baden-B. / KVV | ex KBS 301 i Rastatt-Wintersdorf (-Frankreich)

 

Stadtverkehr Karlsruhe

"Hoffentlich liest das kein Steuerzahler." - siehe Archiv 1998
 

ex KBS 301 i Rastatt - Wintersdorf (-Frankreich) 

Die in jüngster Zeit auf die Strecke gebrachten Ganzzüge mit Fahrzeugteilen zwischen den DaimlerChrysler-Werken Sindelfingen und Rastatt, sowie die Autotransportzüge, mit denen die fabrikneuen Autos der Mercedes-A-Klasse abtransportiert werden, ... - siehe Archiv 1998

 
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KBS 702 (Karlsruhe -) Offenburg - Freiburg - Basel 

Die Tunnel der neuen Alpentransversale NEAT werden 2007 (Lötschberg) und 2012 (Gotthard) betriebsbereit sein. Angesichts dieser kurzen Fristen für ein Ausbauprojekt auf vier Gleise mit großen Trassierungsproblemen südlich von Offenburg, in Freiburg und im Abschnitt zwischen Schliengen und Eimeldingen, klingt die Aussage von Staatssekretär Ibrügger aus dem Berliner Verkehrsministerium, man "werde flexibel und wirtschaftlich auf Änderungen des Verkehrsaufkommens reagieren", sehr weltfremd. Schließlich wird am ungleich einfacher zu realisierenden 42 km langen Ausbauabschnitt zwischen Haueneberstein und Offenburg seit dem ersten Spatenstich schon 12 Jahre gearbeitet - gefahren wird (bis auf wenige Kilometer) noch immer zweigleisig!

Am 27. September 1999, der Wechsel an der DB-Spitze hatte die letzte Hürde wenige Tage zuvor genommen, überrascht eine Aussage aus Berlin und Stuttgart, die Staatssekretär Mappus bei einem Verkehrsgespräch in Riegel überbringt: Der Ausbau Offenburg - Basel wird aus der vom Noch-Bahnchef Ludewig angeordneten zeitraubenden Prioritätenprüfung herausgenommen. Die Bahn werde den Bau in den nächsten Jahren "aktiv angehen".

Im Südabschnitt der Oberrheinstrecke, zwischen Offenburg und Basel, wurde in den vergangenen Jahren mit großem Aufwand am Pilotprojekt CIR-ELKE gearbeitet (Computer Integrated Railroading - Erhöhung der Leistungsfähigkeit des Kernetzes der Eisenbahn, siehe auch KBS 702 in SCHIENE 3/97 und 6/97). Doch auch nach der Inbetriebnahme der EStw in Offenburg und Freiburg, den Installationen im Gleisbereich (Linienleiter) und dem Umbau der Treibfahrzeuge blieb der sehnsüchtig erwartet Erfolg bisher aus. Das bisher schon 209 Millionen Mark teuere System funktioniert noch nicht befriedigend. In der Freiburger CIR-ELKE-Zentrale spricht man jetzt von "Ende 2000"...

Die Fahrkartenausgabe des Bahnhofs Denzlingen steht weit oben auf der Abschussliste von 250 Verkaufsschaltern. Die Kunden "freuten" sich in diesem Zusammenhang besonders über die Ankündigung der Erhebung von 10 Mark Nachlösegebühr im Fernverkehr, die ab Januar 2000 vorgesehen war. Die derzeitige Version der "touch-screen"-Automaten, die überall wie Pilze aus dem Boden sprießen, ist bestimmt keine Lösung des Problems.

Juni 2000: Der Zeitplan für den viergleisigen Ausbau der Oberrheinstrecke südlich von Offenburg liegt (wieder einmal) fest: Sobald der Bund die Planungsmittel für das Raumordnungsverfahren frei gibt, soll dieses eingeleitet werden. Damit ist im 4. Quartal 2000 zu rechnen. Der Abschluss des Raumordnungsverfahrens ist für Ende 2001 vorgesehen. Zur Debatte stehen aus den vielen im letzten Jahrzehnt diskutierten Varianten nur noch zwei: die Bündelungstrasse parallel zu den vorhanden Gleisen und die Variante C4, die eine Neutrassierung für das 3. und 4. Gleis zwischen den Ortsteilen Elgersweier und Zunsweier vorsieht. Gegen beide Pläne, besonders gegen C4, formiert sich bereits organisierter Widerstand.

Für Anfang 2002 ist mit dem Beginn des Planfeststellungsverfahrens zu rechnen, womit nach bisherigen Erfahrungen ein Baubeginn vor 2006 unmöglich erscheint. Gemäß Staatsvertrag mit der Schweiz muss der Ausbau bis 2012 fertig gestellt sein.

Neuer Busbahnhof Offenburg (Fotobericht von der Einweihung).

 
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Streckenmeldungen

Raum Offenburg, Schwarzwaldbahn (Kursbuchstrecken 719, 720, 722)
 
KBS 719 Offenburg - Kehl - Strasbourg | KBS 720 Offenburg - Konstanz (Schwarzwaldbahn) | KBS 722 Biberach (Baden) - Oberharmersbach (Harmersbachtalbahn) | Tarifverbund Ortenau
Stand: 12.00 

KBS 719   Offenburg - Kehl - Strasbourg

Zwei Jahr nach der Einführung einer gemeinsamen Tages- und Monatskarte im Ortenaukreis und der Region Strasbourg bekommt auch des Verkehrsangebot Hand und Fuß. Am 17.11.1999 konnte der erste RegioShuttle der Ortenau-S-Bahn (OSB) auf den Gleisen der SNCF nach Strasbourg fahren (siehe auch KBS 719 in SCHIENE 3/99). Neben der technischen Aufrüstung der SNCF-Gleise mit deutscher Indusi gibt es jetzt konkrete Planungen für den Fahrplan und Fahrzeugeinsatz ab Herbst 2000. Die RS1 der OSB werden abwechselnd mit französischen Triebzügen auf dem Abschnitt Strasbourg - Offenburg pendeln. Dabei sollen die OSB-Triebwagen über Hausach bis zum neuen Haltepunkt Vogtsbauernhöfe (bei Gutach/Schwarzwaldbahn auf der KBS 720) verlängert werden. Der Französische Triebzug wird dagegen über Strasbourg bis nach Obernai im Elsass durchgebunden. Auf die angedachte Direktverbindung zwischen Strasbourg und Freiburg über Offenburg wird bei diesem Konzept verzichtet, eine Umsteigerelation mit maximal 10 Minuten Übergangszeit in Offenburg soll aber im Stundentakt realisiert werden.

Soweit die Planungen zum grenzüberschreitenden Schienenverkehr. Vier Monate später sieht es so aus, als ob wieder einmal ein Plan in den Schubladen verschwinden wird. Die neuen Triebzüge der SNCF sollen nach den Wünschen der französischen Staatsbahn im Stundentakt nach Offenburg fahren - vom OSB-Einsatz bis Strasbourg ist nicht mehr die Rede. Der spannungslose Abschnitt im Fahrdraht auf der Kehler Rheinbrücke hat wohl neben seiner technischen Bedeutung auch weiterhin symbolischen Charakter (Es sei daran erinnert, dass die Lokomotive des Eröffnungszugs über die damals neu gebaute Rheinbrücke schon vor 33 Jahren in diesem Abschnitt stehen blieb. Der Zug musste mittels Hilfslok die wenigen hundert Meter nach Kehl zurück gezogen werden.)

  Fotobericht vom Einbau der Schnellfahrweichen in Appenweier am 13. und 14. Mai 2000

 
KBS 719 Offenburg - Kehl - Strasbourg | KBS 720 Offenburg - Konstanz (Schwarzwaldbahn) | KBS 722 Biberach (Baden) - Oberharmersbach (Harmersbachtalbahn) | Tarifverbund Ortenau
 

KBS 720   Offenburg - Hausach - Konstanz (Schwarzwaldbahn)

Der Ortenaukreis hat sechs Städte mit InterRegio-Bedienung: Achern, Offenburg, Lahr, Kehl, Hausach und Hornberg. Wer denkt bei letzterer Stadt nicht gleich an das "Hornberger Schießen" - und die armen Hornberger fielen tatsächlich auch beim TGO-Tarif (Tarifverbund Ortenau) auf die Nase: Obwohl die Nahverkehrszüge der neuen Ortenau-S-Bahn nur bis Hausach im Kinzigtal fahren, blieb die Weiterfahrt im IR mit dem TGO-Fahrschein verwehrt. Nach einjährigen Verhandlungen zwischen der TGO-GmbH und der DB Reise&Touristik konnte nun für den Streckenabschnitt auf der Schwarzwaldbahn zwischen Offenburg und Hornberg ein Kompromiss gefunden werden. Für die Anerkennung der TGO-Fahrscheine im IR seit dem 1. Oktober 1999 bekommt die DB eine jährliche Ausgleichszahlung in Höhe von DM 257.000. Da der TGO Mehreinnahmen auf dieser Relation nur in Höhe von DM 200.000 erwartet, erklärte sich der Landkreis zur Deckung des Fehlbetrags bereit. Die Hornberger bekommen damit nicht nur einen stündlichen Anschluss an die Kreisstadt, sondern auch die Wahlmöglichkeit zwischen dem DPT-Fahrschein (mit BahnCard günstiger als TGO) oder dem Verbundtarif mit günstigen Monatskarten und der freizügigen Fahrt in allen Nahverkehrsmitteln im Kreis.

BehelfsmastBehelfsfahrleitungsmast

Einfahrt "steht": Hp1 Zs3 '8' - der Geschwindigkeitsbeschränkung auf 80 km/h ist es möglicherweise zu verdanken, dass am 26.12.1999 "nichts" passiert ist, als der OSB-Triebwagen von Offenburg kommend das Einfahrtsignal Gengenbach erreicht hatte. Orkan Lothar legte kurz vor der Einfahrt des Regio-Shuttle einige stattliche Bäume über die Gleise. Beinahe gleichzeitig wurde die Strecke auch hinter dem Zug blockiert, als eine stürzende Fichte einen Betonfahrleitungsmast zwischen Offenburg und Ortenberg mitriss. Der eingeschlossene Triebwagen blieb unbeschädigt und nahm Stunden später zwischen Gengenbach und Hausach einen Inselbetrieb auf. Der durchgängige Zugverkehr auf der Schwarzwaldbahn konnte aber wegen der Vielzahl von Beschädigungen erst vier Tage später eingleisig wieder aufgenommen werden.

Eine erhebliche Zahl von Reisenden saß an diesem 2. Weihnachtsfeiertag fest. Auch ein Schienenersatzverkehr ließ sich nicht so schnell realisieren, denn die Straßen waren zum erheblichen Teil blockiert oder gesperrt. Als herbe Überraschung für Zugbegleiter und Reisende gleichermaßen stellte sich heraus, dass auch die Telekommunikation nicht mehr klappte: Akku voll, aber Handy tot. Das D2-Netz kam stellenweise erst in den folgenden Tagen wieder auf die Beine, denn der großflächige Stromausfall hatte viele Umsetzter stillgelegt.

IR 2478 Schwarzwald IR 2478 trägt den Namen "Schwarzwald", im Kinzigtal bei Schwaibach sieht der Fahrgast allerdings teilweise nur noch kahle Hänge statt schwarzen Tannenwalds.

 

250.000 fm Windbruch im Nasslager in Gengenbach

Drei Fahrminuten weiter konnte man den IR 2478 vom Kinzigdamm aus beobachten, jetzt türmen sich 250.000 Festmeter Holz im Nasslager nahe dem Bahnhof Gengenbach. Sie werden noch lange an Lothar erinnern und die Sicht auf die Bahnstrecke und das Städtchen versperren.

1998 (siehe Archiv) wurde an dieser Stelle berichtet, dass sich die Stadt Offenburg und der Ortenaukreis um die Finanzierung des S-Bahn-Haltepunkts Kreisschulzentrum streiten. Im Gegensatz zu den Problemen beim geplanten HP Stadtmitte, nur etwa 800 m entfernt, sind die Verhandlungen für die neuen Bahnsteige und eine Fussgängerunterführung abgeschlossen. Die Erschliessung mehrerer Berufsschulen, der Fachhochschule und eines Wohngebiets durch die Ortenau-S-Bahn ist ab November 2000 vorgesehen. An Schultagen wird eine Fahrgastzahl von 1250  erwartet. Die Kosten in Höhe von 4,6 Mio DM werden zu 85% nach dem GVFG (Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz) gefördert. Mit dem Bau der 170 m langen Bahnsteige soll im April 2000 begonnen werden. Im Umfeld des Haltepunkts soll eine Bike&Ride-Anlage gebaut werden. (siehe auch Bericht weiter unten)

Die Mehdornschen Ansätze zur Reunion der DB-Teilgesellschaften trägt noch keine Früchte. Die Fahrkartenausgabe (aus welcher lang vergangenen Zeit stammt denn dieser altertümliche Begriff - die neudeutsche Bezeichnung verkneife ich mir an dieser Stelle) Gengenbach wird, wie viele andere Fka, gemeinsam von DB Reise&Touristik und DB Netz betrieben. Die Einigung zwischen beiden Unternehmensbereichen klappt offensichtlich weiterhin, allerdings wird zunehmend spitz kalkuliert.
Öffnungszeiten Fka Bf Gengenbach Seit 1. Mai 2000 gibt es neue Öffnungszeiten, die eine mittägliche Schalterschliessung vorsehen. Der "Netzler" sitzt zwar, wie bisher, weiterhin im Schalterraum, darf aber keine Kundschaft bedienen. Wer sich die nebenstehenden Öffnungszeiten allerdings anschaut, wird ohne Zweifel feststellen, dass so mancher Bahnhof, und schon gar Kleinstadtbahnhof, deutlich schlechter gestellt ist (von der hervorragenden Beratungsqualität im Bf Gengenbach gar nicht zu reden).

Der Fahrplanwechsel am 30. Mai bringt wenige Änderungen auf der Schwarzwaldbahn. Über weitere Kürzungen im IR-Angebot wird allerdings laut nachgedacht. Einsparungen gibt es im Regionalverkehr zwischen Engen und Konstanz, wo die DB-Regio zeitnahe Parallelangebote mit den in ihrem Auftrag fahrenden Züge des Seehas (Mittelthurgaubahn) streicht.

Einen Tag vor dem Fahrplanwechsel konnte in Offenburg ein neuer Busbahnhof eingeweiht werden, dessen Bau verbunden war mit größeren Straßenbauvorhaben in der Innenstadt. Die Einrichtung von Busspuren entgegen der Fahrtrichtung bisheriger Einbahnstraßen ermöglicht nun Fahrzeitverkürzungen und geänderte Linienführungen. Als Übergangsstelle zwischen Bus und Bahn ist der neue ZOB ist ein gewaltiger Fortschritt im Vergleich zur Situation vor seiner Inbetriebnahme. Die regelmäßigen und gelegentlichen Benutzer hätten sicherlich einiges anders geplant, als es jetzt zur Ausführung kam. Die Verknüpfung von Bahn und Bus ist in einigen Relationen trotz eines verbesserten Angebots fahrplantechnisch ungenügend (Erfahrungsberichte und Fotos unter www.nvog.de).

Glanzvoller Abschluss der ZOB-Einweihung am 27.05.2000 durch Staatssekretär Mappus vom Stuttgarter Verkehrsministerium war die Enthüllung der "Flugplatzanzeige" - der ganze Stolz der Stadt Offenburg. In chronologischer Reihenfolge werden die nächsten zehn Abfahrtszeiten mit Liniennummer, Laufweg und Bussteig angezeigt. So hieß es jedenfalls - funktioniert hat das System auch drei Wochen nach der Inbetriebnahme noch nicht einmal ansatzweise.

Wenige Tage nach seinem Auftritt in Offenburg konnte Staatssekretät Mappus an der selben Bahnstrecke, aber auf der anderen Seite des Schwarzwald (und bei strahlendem Sonnenschein) in Singen gleich zwei Einweihungen an einem Tag vornehmen. Schon vor der offiziellen Feier am 01.06.2000 war der neue Haltepunkt "Singen Landesgartenschau" am Fuße des Hausbergs Hohentwiel in Betrieb gegangen. Die Seehas-Züge der Mittelthurgau-Bahn halten an den neuen Bahnsteigen aus Engen kommend kurz vor Singen (und das war die zweite Einweihung) "Hauptbahnhof". Mit großem Bahnhofsfest feierte die Stadt ihren neuen Bahnhofsnamen.

"Mobil ohne Auto" - am dritten Sonntag im Juni seit Jahren ein fester Begriff. An Mosel, Rhein und Bodensee und an vielen anderen Orten wird der Tag konsequent autofrei begangen. In manchen Regionen dagegen blieb die Botschaft bisher ungehört. Grund genug für die Arbeitsgruppe "Verkehr für die Zukunft" der Lokalen Agenda 21 Gengenbach für die Organisation einer MOA-Veranstaltung. Die Live-Sendungen des SWR vom Gengenbacher Marktplatz gelten als verlässlicher Zuschauermagnet. Um die Mobilität gezielt vom Auto auf andere "Bahnen" zu lenken, wurden bereits im Vorfeld der Veranstaltung überregionale Informationskampagnien gestartet und infrastrukturelle Möglichkeiten geschaffen, um an diesem 18. Juni auf das Auto verzichten zu können. Das Spektrum reichte von geführten Radwanderungen nach Gengenbach, Sperrung eines innenstadtnahen Parkplatzes für Autos und Schaffung von bewachten Fahrradabstellmöglichkeiten (mit Reparaturservice), Verstärkung regionaler Zugangebote usw. Die Unterstütung durch Stadtverwaltungen, Verkehrsbetriebe, Telekom usw. war hervorragend - das Wetter fast zu gut, denn bei über 35 im Schatten blieben doch viele in demselben oder im Schwimmbad sitzen/liegen.

Heftiger Widerstand regt sich im Mittleren Schwarzwald gegen die Kahlschlagpläne der DB auf der Schwarzwaldbahn. Acht IR-Zugpaare bedienen derzeit im zweistündigem Wechsel mit RE-Zügen die Fahrgäste auf der berühmten Mittelgebirgsstrecke. Besonders für den Fremdenverkehr, einem wesentlichen wirtschaftlichen Standbein der Region, sind die IR-Direktverbindungen aus Nord- und Ostdeutschland von großer Bedeutung. Mit dem Fahrplanwechsel im nächsten Jahr werden sechs Zugpaare und der Personaleinsatz ab Konstanz entfallen. Wie auch andernorts möchte DB Reise&Touristik die Kosten für die angeblich unrentablen Züge auf die Bundesländer abwälzen. Allerdings sieht sich das Umwelt- und Verkehrsministerium, so dessen Staatssekretär Stefan Mappus anläßlich der Eröffnung der Nahverkehrstage im Ortenaukreis, nicht in der Lage, die entstehenden Fahrplanlücken durch die Bestellung zusätzlicher Nahverkehrsleistungen zu schließen.

Die Vergabe von Planungen an externe Unternehmen führt nicht immer zu den erwarteten Ergebnissen. War in SCHIENE 2/2000 die Fertigstellung des S-Bahn-Haltepunkts Kreisschulzentrum Offenburg für November 2000 angekündigt worden, so scheint jetzt sogar die Inbetriebnahme zum Fahrplanwechsel im Juni 2001 nicht gesichert. Offensichtlich war der signaltechnische Aufwand, der zur Wendung der Züge am neuen Haltepunkt erforderlich wird, unterschätzt oder schlicht übersehen worden. Die Bahnsteige liegen im Einschaltabschnitt des mit Halbschranken gesicherten Bahnübergangs am Ortsrand von Ortenberg. Die Blocksignale in Fahrtrichtung Gengenbach müssen nun vor den Bahnübergang verlegt und erhebliche Änderungen im elektronischen Stellwerk in Offenburg vorgenommen werden. Der unerwartete Mehraufwand soll weit über eine Million DM betragen. Eine ähnliche Situation liegt beim zweiten neu zu bauenden Haltepunkt beim Freilichtmuseum Vogtsbauernhöfe in Gutach vor.

InterRegio mit 101 001 bei der Durchfahrt Gengenbach (40 kB)

Was kommt nach dem Interregio? - Entscheidung am 17.01.2001
Nach intensiven Verhandlungen konnte Staatssekretär Stefan Mappus vom Umwelt- und Verkehrsministerium Baden-Württemberg die Fortführung des Schienenverkehrs in den Fahrplanlagen der bisherigen IR über den 9. Juni hinaus bekanntgeben.
Die wesentlichen Sätze aus der Mitteilung des UVM BW lauten:

"..., dass zahlreiche Interregioverbindungen auf der Schwarzwaldbahn ab dem kommenden Fahrplanwechsel eingestellt werden; das bisherige Zugmaterial steht ab diesem Zeitpunkt praktisch nicht mehr zur Verfügung. Wie Staatssekretär Stefan Mappus am Mittwoch (17. Januar 2001) vor der Presse erklärte, konnte die Bahn nach schwierigen Verhandlungen dazu bewegt werden, in einem bis zum Fahrplanwechsel Ende 2002 befristeten Programm den größten Teil der im Land betroffenen Verbindungen mit anderem, aber modernisiertem Wagenmaterial weiter zu fahren."
"... Die Bahn fährt die bisherigen Interregio-Verbindungen ohne Bestellung und Bezahlung durch das Land weiter."
"... Sämtliche Interregioverbindungen der Schwarzwaldbahn zwischen Konstanz und Karlsruhe werden mit redesignten Waggons weitergefahren. Die Haltestellenauswahl bleibt wie sie war."

Der Schachzug des Landes ist nicht ungeschickt:
1. Die Maßnahme ist angeblich kostenneutral für das Land (allerdings werden 29,5 Mio DM in die Modernisierung von Nahverkehrswagen zusätzlich investiert).
2. Es wird Zeit herausgeschlagen, um mehr Wettbewerber für eine Ausschreibung, die in den nächsten Monaten stattfinden wird, zu mobilisieren (die SWEG hätte als Mitbewerber kaum genug Zeit für die Fahrzeugbeschaffung gehabt, wenn die Ausschreibung schon mit dem Ziel Sommerfahrplan 2001 erfolgt wäre). Es wird wahrscheinlich dann neben der DB-Regio, der Mittelthurgau-Bahn MThB (ggf. mit SBB) und der WEG mindestens auch die SWEG (/HZL) und das "Berschin-Konsortium" im Boot sitzen, was die Kostenseite positiv beeinflussen wird.

 
KBS 719 Offenburg - Kehl - Strasbourg | KBS 720 Offenburg - Konstanz (Schwarzwaldbahn) | KBS 722 Biberach (Baden) - Oberharmersbach (Harmersbachtalbahn) | Tarifverbund Ortenau

 

KBS 722   Biberach (Baden) - Oberharmersbach

Bereits vor der Übernahme eines grossen Teils des Schienenverkehrs im Ortenaukreis durch die Ortenau-S-Bahn war der Bau einer Triebwagenwartungshalle am Endbahnhof Oberharmersbach-Riersbach der SWEG-Strecke geplant. Der massive Widerstand der Bevölkerung des Fremdenverkehrsorts liess die Planer nach Biberach abwandern, wo ein passendes Grundstück im Umfeld des Industriegebiet unmittelbar an der Schwarzwaldbahn (KBS 720) gefunden werden konnte. In wenigen Monaten soll die Halle stehen und dazu beitragen, unnötige Leerfahrten der Regio-Shuttle RS1 zum derzeitigen Heimatbahnhof Ottenhöfen an der Achertalbahn zu vermeiden.

Die Fahrer der Triebwagen zwischen Biberach und Oberharmersbach-Riersbach sowie zwischen Achern und Ottenhöfen (KBS 717) sind erleichtert: Endlich gibt es keine Diskussionen mehr mit Fahrgästen, die am Wochenende mit dem Angebot der Deutschen Bahn "Schönes Wochenende" (SWT) unterwegs sind. Auf den beiden Bahnstrecken der SWEG (Südwestdeutsche Verkehrsaktiengesellschaft mit Sitz in Lahr/Schwarzwald) im Ortenaukreis wurde der Fahrschein bisher nicht anerkannt. Und so passierte immer wieder, was der VCD Ortenau schon seit geraumer Zeit bemängelt hat: Fahrgäste wechselten zum Beispiel in Biberach (Baden) von einem Zug der Ortenau-S-Bahn in einen weiteren Triebwagen der selben Bauart, in dem sie jedoch unverhofft zum Schwarzfahrer wurden. Welcher Gelegenheitsreisende weiss denn, dass die Züge im Harmersbach- und Achertal auf einer Strecke der SWEG und nicht auf Gleisen der DB unterwegs sind?

Seit Samstag (18.11.2000) entfällt das Nachlösen. Die OSB-Fahrer wurden kurzfristig durch Dienstanweisung über die Regelung informiert, ab sofort das Ticket "Schönes Wochenende" als Fahrschein anzuerkennen.
 

Tarifverbund Ortenau - TGO ... siehe auch unter ÖPNV-News
 
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Streckenmeldungen

Breisgau und Hochschwarzwald (Kursbuchstrecke 727, 729 u.a.)
 
KBS 727 Freiburg - Titisee - Donaueschingen "Höllentalbahn" | KBS 729 Freiburg - Breisach
Stand: 10.00 

KBS 727 Freiburg - Titisee - Donaueschingen (Höllentalbahn)

Fast so dick wie ein Regionalkursbuch präsentierte die DB-Regio Baden-Rheinpfalz den Fahrgästen auf der Höllentalbahn den Streckenfahrplan für den Herbst 1999. Nach dem Motto "jede Woche ein neuer Fahrplan" konnten sich die Kunden durch die gründliche Vorplanung rechtzeitig auf die abschnittsweisen Streckensperrungen vorbereiten. Eine gründliche Aufarbeitung der vielbefahrenen eingleisigen Steilstrecke war nicht in kurzen nächtlichen Sperrpausen zu bewältigen. Allerdings ist beim Geschäftsbereich Netz deutlich die Tendenz zu billigen Baustellen erkennbar. Teures Gerät soll nicht nur in wenigen Nachtstunden eingesetzt werden, sondern möglichst in drei Schichten rund um die Uhr.

Die Fahrt auf der "hinteren" Höllentalbahn, wie der Abschnitt Neustadt - Donaueschingen manchmal genannt wird, ist überaus beschaulich. Als besonders Zugpaar verkehrt hier der RE "Kleber-Express" auf seiner Fahrt zwischen Freiburg und München. Am 26.12.1999 kam er allerdings nicht ans Ziel. Die Zuglok 218 423 war gegen 11 Uhr, Orkan Lothar fegte gerade mit über 200 km/h durch den Schwarzwald, durch Kollision mit querliegenden Tannen aus dem Gleis gehoben und in erheblicher Steillage am Bahndamm zum Stehen gekommen. Zum großen Glück kamen die Fahrgäste des gut besetzten Zugs ohne größere Verletzungen davon, mussten aber noch einige Stunden in den teilweise entgleisten Silberlingen verharren. Der Orkan hatte ganze Arbeit geleistet, denn die Hilfskräfte benötigten bis zum Abend, um sich einen Weg zur Unfallstelle nahe der Ortschaft Hausen vor Wald zu bahnen. Durch die Führerstandstür des Steuerwagens wurden die Fahrgäste evakuiert. Die Rettungskräfte arbeitet übrigens mit besonderer Umsicht und unter hohem Einsatz, denn ein freischneiden des Weges durch den Sturmbruch bei anhaltenden Nachböen war durchaus lebensgefährlich.

Spektakulär gestaltete sich auch das Nachspiel, die Bergung der Lokomotive. Weitere zwei Tage dauerte es, bis der Hilfszug die Unfallstelle erreichte. Der erste Bergungsversuch musste allerdings aufgegeben werden, da der Bahndamm unter der Belastung durch den 150t-Kran nachgab. Erst in der Nacht vom 12. auf den 13. Januar gelang es nach Anfüllungen des Untergrunds, die Lok aus dem vom Sturm vernichteten Wald zurück auf die Schienen zu heben.

 
KBS 727 Freiburg - Titisee - Donaueschingen "Höllentalbahn" | KBS 729 Freiburg - Breisach
 

KBS 724 Gottenheim - Endingen (Kaiserstuhlbahn Ost)
KBS 726 Freiburg - Elzach (Elztalbahn)
KBS 729 Freiburg (Breisgau) - Breisach

28.09.1999 - auch der Kreistag Emmendingen stimmt zu: Mit dem Konzept "Breisgau-S-Bahn 2005" wird das Angebot auf den genannten Bahnstrecken (KBS 724 SWEG, 726 und 729 DB) erheblich ausgebaut und auf beinahe allen Teilstrecken zum Halbstundentakt in den Hauptverkehrszeiten verdichtet. Der Zweckverband Regio-Nahverkehr konnte sich mit den beteiligten Landkreisen und der Stadt Freiburg über die Finanzierung der Einzelvorhaben einigen. Bestellt werden für das Elztal 170 000 und für den Kaiserstuhl 300 000 Mehrkilometer auf der Schiene.

Langsamfahrstellen wegen des maroden Fahrwegs sind ein Übel, das den Fahrgästen auf der Elztalbahn durch nicht einhaltbare Fahrpläne täglichen Ärger bereitet. Schließlich brachte erst der massive Einspruch des Emmendinger Landrats Volker Watzka Erfolg bei DB Netz. Im Oktober erfolgte die Sanierung mehrerer Brücken, wozu zwei Totalsperrungen (7. und 21. Oktober) erforderlich waren.
 
KBS 727 Freiburg - Titisee - Donaueschingen "Höllentalbahn" | KBS 729 Freiburg - Breisach

Streckenmeldungen

Basel, Südschwarzwald (Kursbuchstrecke 734, 735 u.a.)
 
KBS 730 Basel Bad Bf - Singen (Htwl.)   (Hochrheinstrecke) | Regio-S-Bahn |
KBS 734 Weil am Rhein - Lörrach | KBS 734 und KBS  743/12737  Weil am Rhein - Immendingen "Kanonenbahn" | KBS 735 Basel Bad Bf - Schopfheim - Zell im Wiesental |
KBS 740 Stuttgart Hbf - Singen (Htwl.)   (Gäubahn)

Stand: 12.00 

KBS 730    Basel - Singen (Hochrheinstrecke)

In einer Vorankündigung zum Fahrplanwechsel verbreitete die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg NVBW folgende Meldung: "Nachdem umfangreiche Bauarbeiten an der Strecke abgeschlossen wurden, können die modernen Fahrzeuge der Baureihe VT 611 die Neigetechnik voll ausnutzen und jetzt auch auf dem Streckenabschnitt Basel - Singen hohe Geschwindigkeiten fahren. (...) Besonders bemerkbar macht sich die erheblich kürzere Fahrzeit: Zwischen Basel und Singen verkürzt sie sich um ca. 20 Minuten. Auf der Gesamtstrecke Basel - Singen - Lindau sind die Reisenden mit dieser neuen RE-Linie im Vergleich zum zurückliegenden Jahresfahrplan (1999/2000) über eine Stunde schneller unterwegs. (...) In Singen werden die bereits bestehenden Anschlüsse der Hochrheinstrecke von und zu der ICT/CIS-Linie Stuttgart - Singen - Zürich, der SE-Linie Stuttgart - Singen und der SE-Linie Engen - Konstanz durch die Neigetechnikzüge schneller als bisher erreicht und in Basel Bad Bf besteht jetzt auch Anschluss zum Fernverkehr (EC/IC) der Rheintalschiene in Richtung Karlsruhe. (...) Außerdem bestehen Anschlüsse von und zur Wiesentalbahn."

Umbau im Bahnhof Waldshut 08.10.00

Am 08.10.00 sind die Bauarbeiten im Bf Waldshut voll im Gange. Gleis 5 mit
Fahrleitung für die Pendelzüge aus Koblenz (CH) ist jetzt Stumpfgleis mit Prellbock.

Ganz anders klingt der Tonfall von Horst Emmerich, dem Geschäftsführer der NVBW, in einem Gespräch mit dem Berichterstatter. Nach den Betriebserfahrungen der ersten Wochen am Hochrhein nach dem Planwechsel am 5. November äußert er sich erbost über DB-Regio. Wenige Tage später schreibt Landesverkehrsminister Ulrich Müller einen deutlichen Brief an Bahnchef Hartmut Mehdorn (aus dem einige Sätze zitiert werden): "Jetzt (...) müssen wir feststellen, dass der Zugverkehr auf der Hochrheinstrecke zusammenbricht. Verspätungen von bis zu 70 Minuten, verpasste Anschlüsse im Knotenpunkt Basel und komplette Zugausfälle kennzeichnen die Situation vor Ort. (...) Beispielsweise erreichten am letzten Donnerstag nur ca. 15 % aller Regionalexpress-Neitech-Züge pünktlich ihre Zielbahnhöfe Basel, Singen bzw. Lindau. Die Mehrzahl dieser Züge fuhr mit 10 bis 20 Minuten verspätet und etwa ein Fünftel sogar mit einer Verspätung von über 30 bis 40 Minuten. In Basel konnte der IC/EC-Anschluss in Richtung Karlsruhe nur in fünf von fünfzehn Fällen erreicht werden. (...) Die fortdauernde Unpünktlichkeit im Nahverkehr der DB belastet die Geduld der Bahnkunden zunehmend in einer unerträglichen Weise." Müller stellt auch einen Zusammenhang her zwischen den "Taten" der verschiedenen Unternehmensbereiche der DB. Nach dem Zugeständnis der unzureichenden Streckenunterhaltung und dem Streit um die von der DB einseitig verkündeten Interregiostreichungen mache sich die Bahn selbst auf Strecken, in die viele Millionen (Anm.: Landesmittel) investiert wurden, unglaubwürdig. Weiter schreibt Müller: "Baden-Württemberg hat als erstes Bundesland auf den Neitech gesetzt und ist entsprechende vertragliche Verpflichtungen mit der DB AG eingegangen. Jetzt müssen wir zusehen, wie andere Bundesländer den weniger pannenanfälligen VT 612 bekommen und hier bei uns weiterhin die störanfälligen VT 611 häufiger stehen als fahren. Das ist für uns nicht akzeptabel."

Unter diesen Voraussetzungen sind die Karten der DB für die laufenden (Rhein-Neckar) und demnächst anstehenden Ausschreibungsverfahren für Leistungen im Schienenverkehr  durchaus ungünstig zu bewerten. Negative Berichterstattung in der Presse, noch dazu wurde die oben erwähnte Fahrzeitverkürzung durch die Nichtbedienung zweier bisheriger Halte am Hochrhein erkauft, verbessert nicht gerade das Image des ÖPNV.

Im Dezember wurde seitens DB-Regio auf die Vorwürfe reagiert, in dem der Zuglauf der RE zwischen Basel und Lindau auf den Abschnitt Basel - Friedrichshafen gekürzt wurde. Die nur 5-minütige Wendezeit in Lindau hatte zu "Schneeballeffekten" in der Betriebsabwicklung geführt.

Mechanische Stellwerke haben durchaus ihre zwei Seiten. Im Bahnhof Rheinfelden stolperte ein Mann auf der "Abkürzung" zum Bahnsteig über die Seilzüge und fiel unmittelbar vor die Lok des abfahrbereiten Zugs. Der Lokführer hatte den Mann nicht bemerkt - aber der Fahrdienstleiter, den es nach der Modernisierung der Stellwerkstechnik vor Ort nicht mehr geben wird. Er hatte die Gefahr erkannt und verhinderte die Ausfahrt. Dafür gab es dann zum Jahresende die einzige positive Pressemeldung bzgl. der KBS 730.
 
KBS 730 Basel Bad Bf - Singen (Htwl.)   (Hochrheinstrecke) | Regio-S-Bahn |
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KBS 740 Stuttgart Hbf - Singen (Htwl.)   (Gäubahn)

KBS 734    Weil am Rhein - Lörrach (- KBS 743/12737 Immendingen)

Ausführlich geschrieben müßte die Überschrift zu dieser Streckenmeldung eigentlich folgendermaßen lauten: Weil (Rhein) - Immendingen "Strategische Umgehungsbahn" Weil (Rh) - Lörrach (KBS 734 ex 732 ex 304c), Schopfheim - Brennet (KBS 736 ex 734 ex 304d), Oberlauchringen - Immendingen (KBS 743/12737 ex 736 ex 304f). Es handelt sich demnach um drei Strecken, die zwar räumlich voneinander getrennt liegen, aber gemeinsam geplant und gebaut wurden. -- Fortsetzung siehe Archiv 1999

KBS 734    Weil am Rhein - Lörrach

Im April 1999 fuhren (Vorgeschichte siehe Archiv 1999) die Züge endlich wieder zwischen Lörrach und Weil, und das auch noch mit hervorragendem Fahrplanangebot. Schließlich galt es die Landesgartenschau "Grün99 Weil am Rhein" über einen neuen Haltepunkt zu bedienen. Kaum schloss diese im Oktober ihre Tore, wurde das Zugangebot auf das "normale" Maß gestutzt. Manch einer hatte den Fahrplan nicht genau gelesen ("verkehrt bis 17.10.1999") und wartete nun schimpfend auf den Zug. Ausgerechnet in dieser Situation geschah es nun aufgrund eines technischen Defekts, dass von dem Wendezug tagelang nur ein Wagen benutzt werden konnte. In den Verkehrsspitzen wurde es in dem modernisierten Silberling sehr eng, denn auch nach der Gartenschau, die duchschnittlich 500 Fahrgäste pro Tag brachte, ist die Relation mit rund 1000 täglichen Benutzern gut frequentiert.
 
KBS 730 Basel Bad Bf - Singen (Htwl.)   (Hochrheinstrecke) | Regio-S-Bahn |
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KBS 735   Basel Bad Bf - Schopfheim - Zell im Wiesental

Am 5. Juni 1862 wird die Wiesentalbahn zwischen Basel Bad Bf und Schopfheim mit einem "Extrazug Seiner königlichen Hoheit des Großherzogs" eröffnet. -- Fortsetzung siehe Archiv 1999

Am Schülerwettbewerb "Deutsche Geschichte" der Hamburger Körber-Stiftung beteiligten sich drei Junghistoriker der Realschule Zell und erhielten für den Beitrag "Von wegen Protest! - Eine Region kämpft für den Erhalt der Wiesentalbahn" einen Preis. In ihrer umfangreichen Studie berichten die Schüler nicht nur von der wechselvollen Geschichte der Regelspurstrecke von Basel nach Zell im Wiesental, sondern auch mit der Entstehung und dem Niedergang der Schmalspurstrecke von Zell nach Todtnau. Dabei kommt die jüngste Vergangenheit mit den Vorstufen zur Regio-S-Bahn im Verbund mit der Nordwest-Schweiz nicht zu kurz. Es ist dem Reallehrer Heiner A. Baur zu verdanken, dass  auch die Jugend begeistert werden kann für die Arbeit, die er schon seit vielen Jahren im Fahrgastverband IG Pro-Schiene Wiesental leistet. Dieser Interessengemeinschaft ist es im Zusammenhang mit der Baden-Württembergischen Gemeinderatswahl im Oktober gelungen, ÖPNV-Themen in das Blickfeld der Bevölkerung zu rücken und eigene Kandidaten für Gemeinde- und Kreisparlamente zu nominieren.

Für den Betrieb der Regio-S-Bahn im Raum Basel hatte sich das Land und der Zweckverband Regio Lörrach (ZRL) ein sinnvolles Paket-Angebot von DB-Regio erhofft. Leider gab es enttäuschte Gesichter, als das Angebot mit Verspätung vorgelegt wurde. In einer Verlautbarung des Landratsamts Lörrach heißt es, die Bahn trete noch immer mit "der Arroganz des Monopolisten auf". Als weiterer Bewerber im Verdrängungskampf auf den Schienen steht die landeseigene SWEG, die mit den Basler Verkehrsbetrieben zusammenarbeiten möchte, bereit. Aber auch die Schweizer Bundesbahn, die sich eine Kooperation mit DB-Regio vorstellen kann, die Karlsdörfer Eisenbahngesellschaft und die Hypovereinsbank als Finanzier stehen "auf der Matte".

Entscheidungen für den Ausbau der Infrastruktur sind allerdings schon Anfang August gefallen. Der deutsche Abschnitt der "Rote Linie" wird nun für mehr als 70 Millionen Mark modernisiert und auf S-Bahn-Standard gebracht, wobei allein 43 Millionen Mark in die Wiesentalstrecke und die Haltepunkte gesteckt werden. Die Bahn AG wird weitere 15 Millionen Mark in neue Signaltechnik und ein elektronisches Stellwerk investieren. Ein weiterer gewichtiger Brocken ist der Verbindungstunnel im Bereich des Badischen Bahnhofs, der für 15 Millionen Mark eine neue Fahrmöglichkeit von der Wiesentalbahn zum Bahnhof Basel SBB schaffen wird. Nur dadurch ist die Durchbindung der Züge von Zell i. W. in die Nordwestschweiz machbar. Der Vertrag für die Maßnahmen auf deutschem Gebiet wurden vom Land baden-Württemberg, dem Kreis Lörrach, den im Zweckverband Regio Lörrach (ZRL) vertretenen Kommunen sowie von DB-Netz und DB Station&Service unterzeichnet.

Wiesentalexpress 1. Klasse

Die durch baustellenbedingte Vollsperrung der Strecke zwischen Schopfheim (Foto oben) und Zell i. W. geschädigten Fahrgäste erhielten Anfang August einen "Komfortsprung" - auch wenn dieser nicht als Ausgleichsmaßnahme gedacht war, sondern die Folge eines Rangierunfalls in Basel bildete: Die Regionalbahn zwischen Basel Bad Bf und Zell i. W. wurde mehrere Tage lang aus erstklassigen IC-Wagen (Apm, Avm) gebildet.

Im Kreis Lörrach wartete die Entfernungstabelle für die Punktekarte beim Automaten in Fahrnau im Wiesental mit einem anderen Trick auf die Gelegenheitskunden, der nur durch Zufall entdeckt wurde. Für die Fahrt mit Punktekarte ins nur drei Kilometer entfernte Schopfheim seien fünf Punkte zu entwerten, in die 17 Kilometer entfernte Kreisstadt Lörrach aber nur vier. Umgekehrt ist es richtig, denn für den Einstiegstarif sind vier Streifen der Karte zu entwerten. Dies offenbart übrigens auch, dass in Verbünden mit grossen Zonen oder Maschen der Einstiegstarif für kurze Strecken unattraktiv hoch ist. Wer z. B. in Hausach-Raitbach an der "Zonengrenze" wohnt, bezahlt für drei Fahrtkilometer nach Zell i. W. mehr als der den Landkreis durchquerende Fahrgast vom Haldenhof (südlich des Belchen) bis nach Hasel (bei Wehr/Baden).
 
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Letzter Eintrag: siehe Archiv 1999

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