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"SCHIENE regional"  und "Nahverkehr im Ortenaukreis" sind nichtkommerzielle, private Internet-Projekte mit dem Ziel der Darstellung und Förderung des Schienenverkehrs in Mittel- und Südbaden und des ÖPNV mit dem Schwerpunkt Ortenau.


MEG Lok 46 Urteilsplatz Lahr

Zu(g)kunftsfähig?


Die Bahn auf den
richtigen Weg bringen

Der Blick aus dem Führerstand der 111 Jahre alten Lok MEG 46 auf der imaginären Fahrt durch die Lahrer Innenstadt weist in eine nebulöse Zukunft. - Im Westen nichts Neues. Die Auseinandersetzung um die Lage der dringend benötigten zusätzlichen Gleise der Rheintalbahn tobt, drei Jahre vor ihrer ursprünglich geplanten Fertigstellung, unver- mindert weiter.

Bild links: An den ovalen Führerstandsfenstern werdet ihr sie erkennen: die SSB-Loks der zweiten Lieferserie von 1898 (mit den Betriebsnummern 45 bis 49) hatten sie. Die Elsässischen Maschinenbau-Gesellschaft Grafenstaden lieferte die auf dem Urteilsplatz in Lahr ausgestellte Lok 46 für die am 1. Juni 1898 eröffnete Südstrecke der Straßburger Straßenbahn von Kehl nach Ottenheim und Offenburg. 1923 wurde die Mittelbadische Eisenbahn MEG gegründet und übernahm die Lok in ihren Bestand.

MEG Lok 46 auf dem Urteilsplatz in Lahr Die Stadt Lahr liegt in einer bevorzugten Rand- langen der Vorbergzone des Schwarzwalds. Mitte des 19. Jahrhunderts spielte sie eine besondere Rolle als eine der wichtigsten Industriestädte im Großherzogtum. Mit dem Bau der Bad. Hauptbahn im Oberrheintal gereichte die bevorzugte Lage zum Nachteil, denn ausgerechnet an diesem wichtigen Ort fuhr der Zug vorbei. Zwar wurden Bahnstationen eingerichtet, Lahr-Dinglingen, knapp 4 km von Lahrs Zentrum entfernt, aber damit gab sich die Stadt nicht zufrieden.

Es dauerte noch 20 Jahre, bis schließlich die durch Privatinitiative 1864 gegründete Lahrer Ei- senbahngesellschaft LEG eine Genehmigung zum Bau der Strecke Lahr-Dinglingen - Lahr-Stadt erhielt. Sie konnte am 15. November 1865 in Betrieb gehen, wobei zwei Lok (Zweikuppler der Gattung XIII) und die Personen- und Güterwagen von der Badischen Staatsbahn angemietet wurden.

Der wirtschaftlich Erfolg der LEG erhielt 1894 einen deutlichen Dämpfer, als die Lahrer Straßenbahn-Gesellschaft LSG eine Schmalspurstrecke (1000 mm) von Ottenheim am Rhein über Dinglingen und Lahr nach Seelbach eröffnete. Hierbei ergab sich nicht nur im Personenverkehr, den die Schmalspurbahn durch viel mehr Haltepunkte und die unmittelbare Durchfahrung der Innenstadt zielgenauer bedienen konnte, sondern auch im Güterverkehr einen Konkurrenzsituation. Eine Vielzahl von Gleisanschlüssen entstanden entlang der "Straßenbahn". Die Rollwagenverladung beim Staatsbahnhof (Lahr ME) ermöglichte die Bedienung der Kunden mit Regelspurwagen. 1906 erfolgte die Verstaatlichung der LEG-Strecke nach Lahr-Stadt. Ab 1917 übernahm die LSG den Namen der LEG. Diese neue LEG wurde 1923 durch Zusammenlegung mit dem ausgedehnten rechtsrheinischen Netz der Straßburger Straßenbahn SSB zur Mittelbadischen Eisenbahn AG. Diese wiederum, 1953 erweitert durch die Süddeutsche Eisenbahngesellschaft (Bregtal, Kaiserstuhl, oberes Wiesental), verschmolz 1971 mit der Ettlinger SWEG zur Südwestdeutschen Eisenbahn-Gesellschaft Lahr (heute Südwestdeutsche Verkehrs-Aktiengesellschaft). Der Schmalspurbetrieb zwischen Lahr ME bis Seelbach endete am 31. März 1952, auf dem Abschnitt Lahr ME - Ottenheim (Rhein) erst am 1. Oktober 1959.

Zwischen Lahr-Dinglingen und Lahr-Stadt wurde der Personenverkehr, zuletzt waren Schienenbusse im Einsatz, am 13.07.1960 eingestellt. Der Bahnhof an der Rheintalbahn wurde in Lahr (Schwarzwald) umbenannt.

Ein dichtes Angebot des Busverkehrs verbindet in unserer Zeit den Bahnhof an der Rheintalbahn mit der Innenstadt. Die neuen Gleise für den europäischen Durchgangs-Güterverkehr möchten die Lahrer möglichst weit weg von der Stadt, an der Autobahn A5, verlegt sehen. Das ist verständlich, trifft aber weder bei den Einwohnern der Gemeinden nahe der Autobahn, noch bei den Betriebsplanern der künftig viergleisigen, rechtsrheinischen Strecke auf Zustimmung.